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 Amancham: Das andere Ich - Teil 12
Geschrieben von Amancham am Mittwoch, 30. April 2008 @ 06:06:33 Uhr



Autor: Amancham
E-Mail Adresse: amancham@gmx.net
Homepage: http://fiction.intayale.de
Titel: Das andere Ich
Inhalt:
Spoiler: spielt ab 5.19
Altersfreigabe: ab 18 Jahren
Teil: 12/?
Disclaimer: I do not own the characters in this story, nor do I own any rights to the television show "Buffy the Vampire Slayer". They were created by Joss Whedon and belong to him, Mutant Enemy, Sandollar Television, Kuzui Enterprises, 20th Century Fox Television and the WB Television Network.
Hauptcharakter(e)/Paar(e): Gunn/Lindsey
Kommentar: Und hier das versprochene, weitere Kapitel der Gunn/Linds-Story ;)
Warnings: Slash, H/C, BDSM, Dark





Aaron öffnete die Tür und begrüßte ihn freudig, Lindsey jedoch ignorierte er regelrecht, nachdem er einen kurzen Blick auf ihn geworfen hatte. Verwirrt trat Charles ein und Lindsey folgte ihm wieder schweigend und mit geringem Abstand.

„Komm doch rein“, meinte Aaron gerade freundlich und wies in Richtung einer Tür. Charles nickte dankbar und betrat den Raum. Es war wohl ein Wohnraum aus dem Bilderbuch. Eine große, bequem wirkende Ledercouch, große, kuschelige Sessel, ein massiver aber niedriger Holztisch und ein offener Kamin, in dem sogar jetzt, obwohl es nicht kalt war, eine niedrige Flamme prasselte. Das Feuer machte auch gleich darauf Sinn, als Aaron erneut einen abschätzigen Blick auf Lindsey warf und dann wieder Charles anlächelte. „Ich will nicht unfreundlich erscheinen, aber könntest du ihn bitte darauf hinweisen, dass hier noch immer die alten Regeln gelten?“, bat er. Charles starrte Aaron verdutzt an, der nur zwinkerte und leicht in Richtung Lindsey nickte.

„Lindsey“, meinte Charles bestimmt. „Du kennst die Regeln?“ Lindsey nickte schnell. „Dann befolge sie.“ Ohne weiteres Zögern trat Lindsey wieder aus dem Raum und entledigte sich rasch seiner Kleidung. Charles beobachtete ihn einen Moment völlig verwirrt und starrte dann Aaron an, der nur erneut zwinkerte und ein „erklär ich später“ flüsterte, als er an Charles vorbei ging.

„Darf ich euch etwas zu trinken anbieten?“, erkundigte er sich, während er an Lindsey vorbei aus dem Raum trat. „Mach es dir doch schon einmal bequem.“

„Ah ja, bitte. Kaffee wäre recht.“ Er warf Lindsey einen nachdenklichen Blick zu. „Für uns beide, wenn möglich.“

„Aber sicher“, tönte es aus einem anderen Zimmer und verwirrt ließ sich Charles auf die Couch sinken und lehnte sich gemütlich gegen das weiche Leder. Lindsey blieb stehen wo er war.

„Setz dich.“ Folgsam kam Lindsey auf ihn zu, doch anstatt sich neben ihm auf die Couch zu setzen, ließ er sich zu Charles’ Füßen am Boden nieder, drängte sich flehend gegen seine Unterschenkel und blickte mit treuherzigem Blick zu ihm auf. Mehr aus Reflex als wirklich eigenem Willen fing Charles an, in den halblangen Haaren des anderen Mannes zu wühlen. Im Moment erinnerte ihn Lindsey eher an einen Hund als irgendetwas anderes. Mit einem zufriedenen Seufzen schmiegte Lindsey die Wange gegen seinen Oberschenkel und schloss die Augen.

Erst jetzt fiel Charles auf, dass Lindseys Rücken vollkommen verheilt war. Er zog die Augenbrauen hoch, sagte jedoch nichts dazu. Vermutlich hatten die Seniorpartner ihn genesen lassen. Schließlich hatten sie ja auch dafür sorgen müssen, dass er sein Herz wiederbekam und sich auf seiner Brust kein Hinweis auf die vergangenen Grausamkeiten fand.

Aaron kam zurück und reichte Charles eine Tasse Kaffee. Für Lindsey stellte er sie neben ihm auf den Boden und nahm dann Charles gegenüber in einem Sessel Platz. Eine Weile unterhielten sie sich über vollkommen belanglose Dinge. Lindsey und sein Zustand sowie der Anruf von Charles kamen jedoch kein einziges Mal zur Sprache. Als sie ihren Kaffee getrunken hatten – Lindsey hatte die Tasse erst angefasst, als Charles es ihm erlaubt hatte – bat Aaron den anderen Mann, kurz mit ihm zu kommen. Lindsey löste sich zögerlich von Charles Beinen, widersprach jedoch nicht.

„Bleib hier“, meinte Charles sanft, in der Hoffnung von Aaron endlich die versprochene Erklärung zu bekommen. Der andere Mann führte ihn ein einen weiteren Raum, der zu Charles Verwunderung ebenfalls mit allerlei Gerätschaften ausgerüstet war, wie sie auch in dem Zimmer hingen, in welchem sie sich bei ihrem letzten Besuch die meiste Zeit aufgehalten hatten.

Aaron lehnte die Türe an und lächelte Charles dann aufmunternd zu. „Such dir was aus“, forderte er auf. Charles’ Gesichtszüge entglitten etwas.

„Was?“ Mit entsetztem Blick betrachtete er die zahlreichen Gerätschaften, Harnische, Fesseln und ähnliches. „Okay. Ich brauch jetzt wirklich eine Erklärung. Was ist los? Warum beachtest du Lindsey nicht? Ich meine, letztes Mal hast du …“

„Weil er dir gehört.“

„Er tut was?“

„Und weil er es nicht will.“

„Wieso … fuck, Mann. Hilf mir mal bisschen, ja?“

„Gut. Pass auf.“ Aaron seufzte leise und lehnte sich gegen die Wand. „Ich hab keine Ahnung, was genau passiert ist, aber es muss wirklich übel gewesen sein. So richtig. So völlig von der Rolle und aus der Bahn geworfen, wie du mir Lindsey beschrieben hast und wie ich ihn jetzt da drin erlebe, habe ich ihn nicht mehr seit der Sache mit dem sadistischen Arsch und seinem Reizstrom gesehen.“

„Kann es dir ja sagen. Er …“

„Ist nicht wichtig“, unterbrach Aaron lächelnd. „Ich weiß, das viele seltsame Dinge in der Firma vorgehen und die Tatsache, dass sein Rücken und seine Handgelenke vollkommen verheilt sind, sagt mir schon, dass es nichts Normales war. Der Punkt ist der: Lindsey ist völlig fertig und am Boden. Als ich euch die Tür geöffnet habe, hätte er mich ansprechen können. Aber das hat er nicht. Er hat den Blick gesenkt und sich verhalten wie ein Sklave. Damit signalisiert er deutlich, dass es genau das ist, was er will. Er will in deiner Nähe sein, sein Leben in deine Hand legen können und nicht weiter darüber nachdenken müssen, was passiert ist, welche Konsequenzen das haben könnte und sonstiges. Ist das verständlich?“

„Ich … ich bin mir nicht sicher … ich glaube ja, aber … ich meine … ich kann doch nicht …“

„Warum nicht? Läuft doch ganz gut.“

„Was, wenn ich etwas falsch mache?“

„Was willst du falsch machen? Alles was Lindsey verlangt, ist dass er heute nicht mehr denken muss und sich nicht entscheiden muss. Er will gehorchen und vertraut darauf, dass du ihm nicht befiehlst eine Handvoll Reißnägel zu schlucken. Mehr verlangt er doch gar nicht von dir.“

„Warum ich? Ich meine, ihr beiden seid doch vertrauter miteinander, wäre es nicht …“

„Er will aber dein Sub sein. Er vertraut dir, er hat dich gern. Lindsey will dir dienen dürfen. Kannst du das Geschenk wirklich nicht annehmen?“

„Ich fühle mich unwohl, wenn er so still ist.“

„Sag es ihm. Sub zu sein bedeutet nicht, dass er nicht reden darf. Er bevorzugt das Schweigen. Lindsey und ich haben nie die gebräuchlichen Ausdrücke wie Herr oder Master und Sklave verwendet. Um dem auszukommen hat er mich für gewöhnlich gar nicht angesprochen und ich ihn beim Namen gerufen oder ihn geringfügig degradiert, indem ich ihn mit ‚Kleiner’ angesprochen habe.“

Charles fuhr sich mit der Hand in den Nacken und schloss die Augen, während er sich nun ebenfalls gegen die Wand lehnte.

„Himmel, was mach ich hier eigentlich?“, fragte er.

„Einem Freund helfen.“ Aaron grinste. „Verspannt?“ Charles nickte schweigend. „Lindsey kann wirklich gut massieren. Solltest das mal ausprobieren. Musst es ihm nicht mal befehlen. Er ist ein sehr aufmerksamer Sub. Die Geste in seiner Nähe ist bestimmt genug um ihn auf deine Wünsche aufmerksam zu machen.“ Aarons Gesicht nahm einen verträumten Ausdruck an. „Ich hab ihn immer gerne um mich. Sowohl als Freund als auch als Sub.“ Er stieß sich von der Wand ab und deutete auf die Utensilien. „Du musst keinen Gebrauch davon machen, aber die braunen Ledermanschetten da drüben hat er bei mir immer gerne getragen.“ Aaron zwinkerte ihm munter zu.

„Aha“, meinte Charles monoton. Er war noch immer etwas verstört und außerdem verspürte er den dringenden Wunsch, nach Lindseyzu sehen. „Wir sollten wieder rüber.“

„Ja, sollten wir wirklich. Wenn ihr wollt, könnt ihr hier schlafen. Vorausgesetzt, es stört dich nicht, das Bett mit Lindsey zu teilen. Vermute mal, er wäre lieber nicht alleine.“

„Denke ich auch.“

„Eins noch.“ Aaron sah ihn aufmerksam an. „Ich kann dir nicht sagen, wie sich die Nacht entwickeln wird. Es kann sein, dass er sich damit begnügt, uns zuzuhören. Es kann aber auch sein, dass er mehr will. Fühlst du dich im Stande, ihm das zu geben?“

„Mehr?“

„Eine Session.“ Charles dachte kurz nach. Er erinnerte sich daran, wie gut er sich gefühlt hatte, als er Lindsey ausgepeitscht hatte, erinnerte sich auch, dass er Lindsey eigentlich versprochen hatten, dass er heute Nacht auf seine Kosten kommen würde. Langsam nickte er. „Das volle Programm?“ Charles konnte nur vermuten, dass Aaron wissen wollte, ob er Lindsey auch nehmen würde. Er befeuchtete langsam seine Lippen und zuckte dann zögerlich die Schultern.

„Ich weiß es nicht. Wirklich. Ich meine …“

„Du hast noch nie mit einem Mann geschlafen“, stellte Aaron fest. Es klang weder abwertend noch amüsiert. Einfach eine schlichte Feststellung ohne Wertung. Charles nickte und senkte den Blick. Irgendwie war es ihm fast schon peinlich. „Macht nichts. Wir werden ja sehen, wie sich der Abend noch entwickelt. Er wird dir schon mitteilen, ob er spielen will oder nicht. Achte auf ihn. Dom sein, bedeutet, seinen Sub im Auge zu behalten und auch auf seine Wünsche einzugehen. Mach dir jetzt keine Gedanken darüber. Lindsey kann sehr direkt sein, auf seine ganz eigene Weise.“ Aaron lächelte. „Außerdem bin ich auch noch da.“

Aaron wartete noch einen Moment, doch Charles war viel zu sehr in Gedanken versunken, um sich noch weiter zu äußern, also verließ er den Raum und ließ Charles mit seinen Gedanken alleine.

Nach einigem Grübeln beschloss dieser endlich, dass er nicht bereit war, mit einem Mann zu schlafen und er den Teil des Abends liebend gerne Aaron überlassen wollte. Dann griff er nach den Lederriemen und kehrte in das andere Zimmerzurück.

~*~

Lindsey hockte am offenen Feuer und hielt den Blick auf die Tür gerichtet. Als Charles eintrat, erhob er sich und trat zu ihm. Sein Blick fiel auf die Lederriemen und ein zaghaftes und vor allem dankbares Lächeln huschte für den Bruchteil einer Sekunde über sein Gesicht, ehe er vor ihm in die Knie ging.

Wortlos legte ihm Charles das Halsband um und brachte auch die Riemen an seinen Handgelenken an, die ihm Lindsey nur zu bereitwillig darbot. Nachdem er auch die letzten beiden Riemen an Lindseys Fußgelenken angebracht hatte, ließ sich Charles wieder auf dem Sofa nieder. Erneut nahm Lindsey den Platz dicht bei seinen Füßen ein und schmiegte sich an ihn.

Charles und Aaron redeten über belanglose Dinge. Sport und Filme, einige aktuellere Begebenheiten. Was auch immer einem von beiden in den Sinn kam und Charles entspannte sich allmählich. Er hatte sich leicht schräg gesetzt, um Lindsey im Auge behalten zu können und immer wieder sah er zu dem Mann hinunter, der einem Hund gleich zu seinen Füßen saß und seine Nähe suchte. Hin und wieder ließ er die Hand in Lindseys Haare gleiten oder streichelte ihn sanft. Aus dem Augenwinkel bemerkte er, dass auch Lindsey immer wieder zu ihm hochblickte.

Als er das nächste Mal eine Bewegung wahrnahm, senkte er den Blick und sah dem jungen Mann in die Augen, auf der Suche nach einer Mitteilung, einer Aussage, einem Hinweis, was er wollte. Doch augenscheinlich wollte Lindsey nichts von ihm, sondern behielt ihn nur ebenso im Auge wie er ihn. Er lächelte beruhigt und wandte seine Aufmerksamkeit wieder Aaron zu. Sein Nacken schmerzte mittlerweile wirklich und wieder einmal hatte dumpf pochender Kopfschmerz eingesetzt und wollte sich nicht vertreiben lassen. Zwischendurch bot Aaron ihnen auch zu Essen. Sie bestellten Pizza und zu Charles Erleichterung beantwortete Lindsey seine Frage, was er gerne essen würde ohne Umschweife. Erst da wurde ihm bewusst, dass er nichts über den jungen Mann wusste. Er vermochte nicht einmal zu sagen, ob Lindsey möglicherweise Vegetarier war. Offensichtlich war er das nicht, denn er bat um eine Salami-Schinken Pizza.

Charles schloss kurz die Augen und ließ den Kopf etwas zur Seite sacken, um vielleicht seine Muskeln zu entspannen. Er wiederholte die Bewegung auch auf die andere Seite, doch wirklich helfen konnte es ihm nicht. Etwas verdutzt spürte er Lindsey daraufhin neben sich auf die Couch gleiten und ihm die Hände auf die Schultern legen. „Darf ich?“, erkundigte er sich ruhig.

„Sicher“, gab Charles lächelnd zurück. Aaron hatte wohl Recht behalten. Lindsey wollte ihm zu Diensten sein. Also warum sollte er ihm den Wunsch ausschlagen? Auch in einem weiteren Punkt sollte Aaron Recht behalten: Lindsey konnte verdammt gut massieren.

Charles spürte regelrecht, wie sich seine Muskeln unter dem unnachgiebigen Druck starker Hände ergaben und langsam entspannten. Der Kopfschmerz klang nach und nach ab.

Lindsey schien seiner Aufgabe nicht überdrüssig zu werden. Charles hatte das Gefühl, dass er schon seit Stunden von kundigen Händen massiert wurde. Dann jedoch hielt Lindsey doch irgendwann inne und lehnte sich leicht gegen ihn. Er spürte das Kinn des anderen Mannes auf seiner Schulter, fühlte seine Hände, die sich sehr zögerlich über seinen Rücken bewegten. Eine Hand glitt an seine Seite, lag leicht auf seiner Hüfte. Lindsey bewegte sich etwas hinter ihm.

Längst hatte Charles den Atem angehalten. Es war seltsam und neu, dass Lindsey ihn auf diese Weise berührte. Ein wohliger Schauer rann über seinen Rücken hinab, als der junge Mann seinen Nacken küsste, sanft an seiner Haut knabberte. Für einen Moment überkam Charles eine leichte Panik. Es war anders als alles, was sie bisher getan hatte. Natürlich hatte Lindsey ihn schon viel intimer berührt, aber die Situation und seine eigene Einstellung dazu war anders gewesen. Natürlich hatten sie sich schon geküsst, aber auch da hatte es sich anders angefühlt. Was Lindsey im Moment mit ihm machte, der weiter sanfte Zärtlichkeiten auf seine Haut streute, wo immer er ihn berühren konnte, war etwas völlig irritierendes.

Er ließ die Hand in Lindseys Haare gleiten und legte den Kopf zur Seite, lehnte sich gegen ihn. Ihm war das amüsierte Grinsen auf Aarons Lippen nicht entgangen und längst hatte er begriffen, was ihm Lindsey mitteilen wollte. Er wusste nur nicht so recht, was er damit anfangen sollte, wie er den Bogen schlagen musste, von diesen angenehmen Zärtlichkeiten zu einer Session, von sich verwöhnen lassen hin zu Schlägen und Peitschenhieben für Lindsey. Doch auch das machte ihm Lindsey nach einem weiteren Augenblick überraschend leicht, denn während Charles noch fieberhaft überlegte, wie er Lindsey geben sollte was der wollte und ob er überhaupt Schmerz wollte, biss ihn der junge Mann reichlich unsanft.

Charles riss an seinen Haaren um Lindseys Zähne von seinem Hals fernzuhalten und drängte sich von ihm weg. „Hey!“, stieß er fast schon erschrocken hervor. „Was soll das, huh?“ Längst war Charles aufgesprungen und starrte ihn finster an. Lindsey duckte sich ein wenig und blickte aus flehenden, blauen Augen zu ihm hoch. „Sieht aus, als bräuchtest du ein paar Lektionen“, knurrte Charles. Es fiel ihm nicht einmal schwer, die Rolle einzunehmen. Lindsey machte es ihm wirklich leicht.

„Hm. Sieht wirklich danach aus. Ich kann dir dabei gerne behilflich sein, wenn dein Sub etwas Erziehung braucht“, meinte Aaron hilfsbereit.

„Gerne. Er kann manchmal ein echt schwerer Fall sein.“ Charles zog Lindsey unsanft hoch, sein Griff um das Handgelenk des jungen Mannes war vermutlich einem Schraubstock gleich. Doch er hielt sich nicht zurück. Er war sich sicher, dass Lindsey ihm schon mitteilen würde, wenn es ihm zu schmerzhaft wurde. Der jedoch ließ sich nichts anmerken.

Charles zog und schubste Lindsey aus dem Raum und stieß ihn dann unsanft durch die offene Tür in das ihnen bereits bekannte Zimmer. Dem gelang es gerade noch, sich abzufangen. „Stell dich aufrecht hin und warte“, bellte ihn Charles an. Lindsey gehorchte, straffte die Schultern und kreuzte die Handgelenkte wieder hinter dem Rücken. Aaron wies Charles in Richtung der Wand und ging mit ihm zu den Auslagen die dort bereit hingen.

„Siehst du? Sagte doch, er kann sehr direkt sein, wenn er will“, meinte Aaron lächelnd. „Wonach steht dir der Sinn?“

„Keine Ahnung.“ Charles grinste. Auch wenn er es lieber leugnen wollte, kam er nicht umhin, sich auf die Session zu freuen. Sein Körper zumindest teilte unmissverständlich mit, dass er es verdammt gut fand, dass Lindsey ihm ausgeliefert sein würde. „Ich glaub, ich probier einfach mal ein bisschen rum“, erklärte er dann nachdenklich. Sein Blick glitt über das breite Angebot an Gegenständen.

Schließlich entschied er sich für schwere, eiserne Hand- und Fußschellen und ein dazu passendes eisernes Halsband. Aaron gab einen zustimmenden Laut von sich, griff dann aber noch nach einem blauen Seil und zwinkerte ihm zu. „Ärgern wir ihn ein wenig“, meinte er belustigt. Charles zog nur eine Augenbraue hoch, sagte aber nichts. Er griff nach einer Peitsche und ging dann zwei Schritte weiter, um sich die diversen Knebel anzusehen.

„Ballonknebel sind am effektivsten, ich setze sie aber eher selten ein“, meinte Aaron, als er neben ihn trat. „Lindsey liebt den Penisknebel. Wenn er schon nicht an einem von uns nuckeln darf, dann wenigstens am Plastik. Wenn du ihn ärgern willst, nimm den Ballknebel. Der Ringknebel ist in erster Linie demütigend, weil es ihm schwer fällt, den Speichelfluss zu kontrollieren und er erlaubt dir, ihm irgendwas in den Mund zu stopfen, wenn dir danach ist. Die hier drüben sind wenig effektiv, wenn man sie alleine einsetzt. Dienen eigentlich mehr dem Rollenspiel, aber Lindsey steht nicht auf Hündchen mit Maulkorb spielen. Den Trensenknebel mag er auch nicht wirklich.“

Charles ließ sich Aarons Erklärungen durch den Kopf gehen und nahm dann den Ballknebel vom Haken, den Lindsey schon beim letzten Mal getragen hatte. „Da denk ich jetzt mal an mich. Den Anblick bin ich wenigstens schon gewohnt“, meinte er leise.

„Verständlich und absolut in Ordnung.“ Aaron nickte bestätigend. Dann griff er noch nach der Gerte. „Wegen der Abwechslung.“ Er grinste. „Das Beste ist, wenn du ihn zappeln lässt. Er heizt sich richtig daran auf, wenn er nicht weiß, was kommt. Auch wenn du zuschlägst: Variiere ein wenig. Mal fester, mal leichter. Lass ihn nach Möglichkeit nicht erahnen, was du vorhast.“ Charles nickte knapp. „Bei der Gerte musst du ein wenig aufpassen. Schlag niemals direkt auf ein Gelenk und am Rücken vorsichtig mit den Schulterblättern. Wir wollen ihm wehtun, aber nicht zu sehr.“

„Verstanden.“

„Gut. Willst du sonst noch irgendwas ausprobieren?“ Aaron sah ihn neugierig an. Charles warf einen Blick auf die Gerätschaften und schüttelte leicht den Kopf.

„Ich glaube eher nicht“, meinte er leise. „Die meisten Teile schrecken mich noch etwas ab.“

„Kein Problem. Falls du die Auswahl später ändern willst oder dich doch noch etwas interessiert, kannst du ja jederzeit was Neues raussuchen.“ Charles nickte dankbar. „Gut, dann komm. Gehen wir noch die Safewords durch und dann kann es losgehen.“ Abermals bestätigte Charles mit einem Nicken und folgte Aaron wieder zurück zu Lindsey. Sie beide bemerkten, dass er sich rasch wieder umdrehte und mit einem Zwinkern gab Aaron die Gerte an Charles weiter und bedeutete ihm, Lindsey zu maßregeln, für seinen Verstoß gegen den Befehl. Einen Moment zögerte er noch, dann hieb er mit nicht allzu großem Kraftaufwand auf Lindseys Hintern, der damit ganz offensichtlich nicht gerechnet hatte, denn er zuckte zusammen, obwohl sich Charles sicher war, dass er nicht stark zugeschlagen hatte. Aaron bedeutete ihm mit einem Daumen hoch, dass er es gut gemacht hatte.

„Kann mich nicht erinnern, dass ich dir erlaubt hätte, dich umzudrehen oder sonst wie zu bewegen, Kleiner“, meinte Charles ruhig. „Habe ich das?“ Lindsey schüttelte nach kurzem Zögern den Kopf.

„Ich seh schon, das wird ne lange Nacht. Oder kurz, wenn man sie auf den Schlaf bezieht.“ Aaron grinste und wandte sich ab, ging zu einer Schale in der Ecke des Zimmers. „Lindsey, werd mal zur Abwechslung aktiv und geh mit deinem Spielgefährten die Codes durch“, rief er über die Schulter zurück. Lindsey verzog etwas das Gesicht. „Hey, stell dich nicht so an, ich nehm’ dir nicht wieder alle Arbeit ab.“ Lindsey rollte die Augen und löste dann seine demütige Haltung auf. Er schüttelte leicht den Kopf, wodurch die Strähnen, die ihm bei seiner demütigen Körperhaltung mit gesenktem Blick ins Gesicht gefallen waren, wieder nach hinten glitten. Interessiert beobachtete Charles, wie vor seinen Augen wieder der alte Lindsey erschien und ihn angrinste.

„Alles klar?“ Charles nickte.

„Bei dir?“ Lindsey zuckte leicht die Schultern.

„Ging mir schon besser, aber das wird wieder.“ Charles nickte und strich Lindsey sanft über die Wange.

„Dann weis mich mal ein“, meinte er grinsend, woraufhin Lindsey kurz einen Blick auf die Gerätschaften warf und dann grinste.

„Können wir uns fast sparen, wenn du den Knebel benutzen wirst. Dann wird es wie letztes Mal. Ich werde eine Kugel halten. So lange ich sie festhalte, ist alles in Ordnung. Lasse ich sie fallen, stimmt etwas nicht.“

„Ja, das hab ich beim letzten Mal schon mitbekommen.“

„Absolutes Stoppwort ist Mayday. Benutze ich für gewöhnlich nicht ist aber etwas, das ich sogar mit dem Knebel noch rauskriege. Mayday ist wie ein Hilferuf, ähnlich dem Fallenlassen der Kugel. Die Sache ist umstritten aber das sind so ziemlich alle Signale, bei denen der Sub aktiv werden muss. Die Kugel hat den Vorteil, dass sie mir automatisch aus der Hand rutscht, falls ich ohnmächtig werde.“ Charles nickte langsam.

„Du macht mir Laune“, murrte er missmutig.

„Ich sage nur, was passieren kann, was nicht heißt, dass es überhaupt dazu kommen muss. Aber für den Fall, dass der schlimmste Fall eintritt, solltest du vorgewarnt sein.“ Lindsey lächelte sanft. „Ich hab nicht vor, es soweit kommen zu lassen, aber das schlimmste, was passieren kann, ist ein Absturz. Psychisch. Das Problem daran ist, dass ich dazu neige mich in dem Fall an die Kugel zu klammern, als wäre sie ein Rettungsanker, anstatt sie fallen zu lassen.“ Charles schluckte merklich. „Aaron und ich verwenden deswegen diverse Signale, mit denen er sich immer wieder versichert, dass es mir gut geht.“

„Alles klar. Was wären das für Signale?“

„Blickkontakt, in erster Linie. Am Andreaskreuz einfach deine Hand auf meiner Schulter. Drücke ich dagegen ist alles in Ordnung, fehlt jegliche Reaktion, stimmt was nicht. Oft auch die verbale Version. Frag einfach, ob alles gut ist, wenn ich nicke, passt es. So was wird in größeren Gruppen nicht gemacht, aber da wir hier unter uns sind …“

„Okay. Werde mir das merken.“

„Es gibt auch noch die Ampel, die grade bei anfänglichen Spielen sinnvoll ist. Grün bedeutet, dass ich mehr will. Gelb gibt an, dass es etwas zu viel wird, weniger fest. Rot signalisiert, dass ich eine Pause brauche. Ich habe aber eigentlich nicht vor, mitzubestimmen. Mir persönlich wäre es lieber, wenn ich es einfach in deine Hand legen könnte und du bestimmst.“ Fragend sah er Charles in die Augen. Der holte kurz Luft und nickte dann zustimmend. Lindseys Reaktion darauf überrumpelte ihn etwas, denn der junge Mann überwand die kurze Distanz zwischen ihnen und küsste ihn heftig. „Danke“, murmelte er an Charles’ Lippen.

„Wenn wir schon dabei sind“, unterbrach Aaron sanft, als er wieder zurückkam. „Dann können wir gleich noch absprechen, was alles erlaubt ist.“

„Alles was gefällt.“ Lindsey grinste während er einen Seitenblick zu Charles und danach der Wand warf.

„Alles?“, erkundigte sich Aaron lauernd. Lindsey stöhnte genervt.

„Du weißt, was ‚Alles’ bei mir bedeutet.“

„Ja, ich weiß es, aber heute spielen nicht wir beide, Lindsey. Ich dachte, ich hätte dir das besser beigebracht.“

„Ja, okay.“ Lindsey nickte. „Kein Reizstrom, kein Fisting. Sonst ist alles okay. Besser so?“ Er warf Aaron einen genervten Blick zu.

„Perfekt.“ Aaron fuhr Lindsey liebevoll durch die Haare und lächelte. „Ein Letztes noch: Charles, es gilt für dich genauso wie für Lindsey: Wenn du mit einer Praktik nicht einverstanden bist oder dich der Rolle nicht mehr gewachsen fühlst, das Gefühl hast, dass du überfordert bist … irgendwas. Gib bescheid. Können auch hier mit der Ampel arbeiten. Grün: Du bist bereit, was zu tun. Gelb: du bist dir nicht sicher, hast keine Ahnung, was du machen sollst und Rot: Du willst das nicht. Wenn du raus willst, aus dem Spiel, sag Switch und ich springe ein. Du kannst jederzeit wieder zurück, wenn du noch einen Switch befiehlst. Alles klar?“ Charles nickte knapp. „Gut, dann lasst uns ein bisschen spielen“, meinte er grinsend.

Lindsey nickte, hielt dann jedoch inne und stahl sich noch einen weiteren, kurzen Kuss von Charles, ehe er endlich zurück in seine Rolle schlüpfte und die demütige Haltung abermals einnahm.

„Das lass ich dir jetzt aber nur durchgehen, weil Charles neu in dem Spiel ist“, knurrte Aaron und Charles sah, dass Lindsey grinste, als er den Kopf reumütig noch etwas mehr senkte.



So, ich hoffe, das hat euch gefallen und dass es wenigstens eine kleine Entschädigung für meine Zerstreutheit war. Weitere Kaps folgen zügig. Versprochen.
Muss mich jetzt nur noch mal durch Kapitel 13 quälen, weil ich damit null zufrieden bin. Aber ich hab ja noch genug Zeit, um das zu machen... *seufz*

 


 
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"Amancham: Das andere Ich - Teil 12" | Anmelden/Neuanmeldung | 5 Kommentare | Diskussion durchsuchen
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Re: Amancham: Das andere Ich - Teil 12 (Punkte: 1)
von DrusillaCallsIn auf Mittwoch, 30. April 2008 @ 09:30:52 Uhr
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Wirklich toller neuer Teil. Kann kaum auf den Rest warten.



Re: Amancham: Das andere Ich - Teil 12 (Punkte: 1)
von Meg auf Mittwoch, 30. April 2008 @ 09:57:53 Uhr
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Me again.... richtig klasse, wie Lindsey auf Kommando aus der Rolle raus gekommen ist. Natürlich find ich Gunn als den dominanten Part unheimlich sexy, aber den dreckig-grinsenden, vorlauten Lindsey mag ich auch! Hab mir den ersten Teil noch mal angeschaut und muss sagen: Wow! Wie du die Beziehung zwischen Gunn und Lindsey aufgebaut hast, ist absolut unglaublich! Und jetzt fühlt sich Gunn auf einmal richtig wohl in seiner Rolle! Einfach richtig klasse! Freu mich sehr auf die Fortsetzung des Abends!

meg



Re: Amancham: Das andere Ich - Teil 12 (Punkte: 1)
von Lackluder auf Mittwoch, 30. April 2008 @ 13:45:38 Uhr
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so, leider nichts mit kreativ heute - bin gerade in Hektik. Und da ich möglicherweise erst Freitag wieder am Rechner bin, wollte ich zumindest mal reinluken und hallo sagen.

An dem Kapitel gefällt mir besonders, dass Linds von Aaron "genötigt" wird, Charles zu erklären, was bei ihm nun geht oder nicht, auch wenn er es sich leicht machen will. Grins - du hast bei Linds nichtmal bei den Kleinigkeiten Gnade - gut so.

So, schön weitermachen und das BFF verzaubern- grins.



Re: Amancham: Das andere Ich - Teil 12 (Punkte: 1)
von AngelSlayer auf Dienstag, 03. Juni 2008 @ 22:13:02 Uhr
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Sooo. Angefangen hab ich ja schon!
Ich frag mich warum sie Striemen weg sind und weshalb Aaron so kühl gegenüber Lin ist..was it denn mit dem los??
Udn bitte-wie ist das denn krank? Dem geht´s scheisse udn er will noch mehr Prügel??
Ich find debn Teil aber auch wieder klass eudn aha, jetzt hab ich das kapiert..hab mir schon echt sorgen um AAron gemacht,
Allerdings..Hui, Charlöes scheint n bisschen ne gespaltene Persönlichkiet zu haben!
Der switcht ja uah mittlerweiel gut hinund her!
Mehr davon will!! *gg*

Lg dani



Re: Amancham: Das andere Ich - Teil 12 (Punkte: 1)
von Red-Sydney auf Sonntag, 12. April 2009 @ 21:36:57 Uhr
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Ui, langsam wird es für Charles aber richtig ernst. (Mir fällt grade auf, dass ich ihn die ganze Zeit über schon Charles nenne, obwohl er vorher immer nur Gunn für mich war :D) Er muss zwar in diesem Teil noch nicht wirklich Aarons Rolle einnehmen, aber man merkt, dass es im nächsten Teil rund gehen wird. Da in diesem Teil nicht wirklich viel passiert, wirkt er total wie die sprichwörtliche Ruhe vor dem Sturm.

Aaron gefällt mir in diesem Teil richtig gut. Er ist so geduldig und hilfsbereit. Kein Wunder, dass Linds so gerne bei ihm zu Gast war.

Apropos Lindsey: Genau wie Charles kam er mir in diesem Teil wie ein Hündchen vor. Wenn er Gunn nicht zum Schluss hin "geärgert" hätte, wäre er mir eindeutig zu passiv gewesen. Selbst wenn das seiner Rolle als Sub entspricht *sarkastisch-aufsässigen Lins vermisse*.

Na dann bin ich mal gespannt, wie Charlie sich so im nächsten Teil macht.







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